Fertighäuser
Es gibt im Leben viele Dinge, die der Mensch will, dafür aber nur sehr
wenige Dinge, die der Mensch wirklich braucht. Da wären Gesundheit, Essen und Trinken, Freunde und ein Dach über
dem Kopf. Das Recht auf Wohnung ist fest in unserem Grundgesetz verankert. Im eigenen Haus bzw. in der eigenen
Wohnung ist man entweder für sich allein oder mit (hoffentlich) guten Freunden bzw. der Familie. Ein eigener
Wohnraum gestattet Privatsphäre. Dort ist man jeweils selbst der Souverän.
Den Wohlstand der reichen Länder kann man vor allem daran erkennen, dass Obdachlose nur eine Randerscheinung sind
und eigentlich fast jeder irgendwo unter einem Dach lebt. Auf der anderen Seite ist es einer der offensichtlichsten
Ausdrücke von Armut, wenn große Teile der Bevölkerung auf der Straße leben müssen oder aber nur in behelfsmäßigen
Unterkünften, wie sie häufig in den Slums armer Länder vorliegen.
Die eigene Behausung und vor allem die Einrichtung, wie zum Beispiel die Möbel von Lambert (individuelle Wohnformen) sind also durchaus ein Gradmesser für Wohlstand. Das lässt sich
auch sehr gut an der Tatsache ablesen, dass in Krisenzeiten immer wieder gebetsmühlenartig von vielen die
Notwendigkeit bzw. Wichtigkeit einer eigenen Behausung gepredigt wird. Wer ein eigenes Haus hat, der hat auch in
Krisenzeiten einen guten Teil seiner Schäfchen im Trockenen, so die weit verbreitete Meinung. Eine
Wertbeständigkeit, die auch abseits von Krisen manchmal absonderliche Blüten zu treiben weiß. So sind Häuser
mitunter auch sehr beliebte Investitionsobjekte an der Börse. Mit was für Folgen dies bisweilen geschehen kann,
das weiß man heute. Man denke an die Immobilienkrise in den USA, die später die Finanzkrise nach sich zog.
Haarsträubend ist auch die Geschichte von Häusern, die im großen Stil an der spanischen Küste gebaut wurden. Nur
dass dort niemand wohnte! Diese Häuser dienten als reine Spekulationssubjekte und wurden von vornherein als
solche errichtet. Auf diese Art und Weise entstanden ganze Geisterstädte im Namen der Börse. Sollten die
Grundstückspreise irgendwann wieder in Grund und Boden spekuliert werden, dann wissen wir alle, wo wir am besten
hinziehen. An der spanischen Küste ist gewiss noch was frei.
Heim und Haus sind, allen spekulativen Bemühungen zum Trotz, heute für alle immer noch unentbehrlich. Genau
deswegen ist das Wohnrecht in unserem Grundgesetz auch so fest verankert. Und wenn man an frühere Zeiten
zurückdenkt, dann erinnert man sich auch vielleicht noch an das Gastrecht, das zu jenen Zeiten besonders wichtig
war, als längst nicht alle eine eigene Behausung hatten.
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